Paris, 22. Juli 2009
Sehr geehrte Präsidentinnen und Präsidenten der Regionen,
Die wichtige Sitzung von Kopenhagen, wo die großen Handlungslinien der weltweiten Umweltpolitik entschieden werden, naht mit Riesenschritten. Diese Handlungslinien, die in einen Vertrag gegossen werden, werden entscheidende Folgen für unsere Gesellschaft haben und daher müssen wir im Laufe der kommenden Monate alles daran setzen, um der Stimme unserer Regionen Gehör zu verschaffen.
Wie Sie wissen, bemühen sich unsere Körperschaften schon seit Jahren, der Idee der nachhaltigen Entwicklung einen konkreten Inhalt zu geben, aber ihre Rolle ist bei den internationalen Instanzen noch nicht in ausreichendem Maße anerkannt. Wenn man jedoch will, dass dieser Termin in Kopenhagen nicht sinnlos ist, müssen jene Akteure, die durch die Umsetzung der Anpassungs- und Abhilfemaßnahmen am direktesten betroffen sind, mit ihrem vollen Gewicht auf die Definition der zukünftigen Ziele und Normen wiegen können, die einen Rahmen für die Wirtschaft schaffen werden.
Daher erlaube ich mir, Sie auf die Sitzung am vergangenen Freitag, den 26. Juni in Brüssel aufmerksam zu machen. Teilnehmer waren die kanadischen Provinzen Quebec und Manitoba und die spanische Provinz Katalonien, das Thema wird in der beiliegenden Pressemitteilung der Versammlung der Regionen Europas beleuchtet.
Zusammen mit der Climate Group haben diese Regionen eine Strategie entwickelt, um der Rolle der Bundesstaaten und der Regionen im weltweiten Kampf gegen den Klimawandel zu größerer Bekanntheit zu verhelfen - vor allem im Hinblick auf die Konferenz in Kopenhagen. Dabei handelt es sich übrigens um die erste echte Zusammenarbeit dieser Art zwischen regionalen Entscheidungsträgern aus Europa und Amerika.
Diese Initiative, die an den Weltgipfel der Regionen von Saint-Malo anschließt und den nächsten Gipfel in Kalifornien im Oktober vorbereitet, ist meiner Ansicht nach ein starkes Symbol, das als Vorbild für die Aktionen dienen muss, die wir in den kommenden Monaten gemeinsam durchführen werden. Sie erinnert an den Geist der Erklärung von Montreal aus dem Jahr 2005 und appelliert an eine stärkere Anerkennung der Rolle der regionalen Körperschaften in der Umsetzung der Maßnahmen zur Abhilfe und Anpassung der Auswirkungen des Klimawandels. Obwohl die Regionen heute für die Umsetzung von nahezu 80 % dieser Maßnahmen verantwortlich sind, bleibt ihre Rolle bei den großen Verhandlungsinstanzen gering. Wir dürfen daher nicht länger warten - hier meine Vorschläge:
• Unterstützen Sie diese neue Initiative mit Ihrer Unterschrift unter dem Aufruf auf der Webseite der Versammlung der Regionen Europas.
• Nehmen Sie mit Ihrer Region am Programm „Vers des territoires moins émetteurs de GES et plus résistants aux changements climatiques“ (etwa: „Unser Ziel: Gebiete mit niedrigeren Treibhausgasemissionen und stärkerem Widerstand gegen den Klimawandel“) teil, das durch das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen entwickelt wurde. Dieses Programm bildet das Rückgrat dieser aufkommenden dezentralisierten Nord-Süd-Zusammenarbeit und bietet vor allem den Regionen der Entwicklungsländer die Möglichkeit, eine Diagnose zu stellen und die im Bereich der erneuerbaren Energien bewährten Praktiken kennen zu lernen.
Zusammen und mit der VRE müssen wir das einzige Regierungsmodell verteidigen, das den Ausbau grüner Energie in Europa, in Nordamerika und in den Nord-Süd-Beziehungen voll einbeziehen will. Dieses Modell wird von unseren Regionen Tag für Tag weiter ausgebaut - und für dieses Modell müssen wir heute mobil machen.
Angesichts der Dringlichkeit dieser Angelegenheit gehe ich - sofern ich keine Antwort von Ihnen erhalte - davon aus, dass Sie diese Initiative unterstützen.
Hochachtungsvoll,
Michèle SABBAN
Präsidentin der Versammlung der Regionen Europas

Die Versammlung der Regionen Europas (VRE) ist das grösste unabhängige Netzwerk der Regionen in ganz Europa. Mit mehr als 270 Regionen aus 33 Ländern und 16 interregionalen Organisationen, ist sie die politische Stimme ihrer Mitglieder und ein Forum für interregionale Kooperation.
VRE Kontakte:
Richard Medic, Pressesprecher / Direktor der Presse- und Kommunikationsabteilung, r.medic@aer.eu - Tel (mob) +33 678 695 235
Francine Huhardeaux, Referent für Presse und Kommunikation, f.huhardeaux@aer.eu - Tel./ Fax : +33 3 88 22 74 49