Presse2009Eine verantwortliche Energiepolitik in Europa braucht starke Regionen
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2009 
VRE Preize 
Pressemitteilung, 24 November 2009

Eine verantwortliche Energiepolitik in Europa braucht starke Regionen

Umfrage der Versammlung der Regionen Europas zeigt, dass die Regionen Kompetenzen und finanzielle Anreize benötigen, um Energieherausforderungen global zu bewältigen und Energiepotenziale lokal zu nutzen

 

Paris (F), 24. November 2009 

 

Es sind die Regionen, die am besten in der Lage sind, lokale Energiepotenziale zu nutzen und innovative Lösungen zu entwickeln, um den Energiebedarf Europas zu decken und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Das sind die ersten Ergebnisse einer umfassenden Umfrage unter den Regionen Europas, die Gestern Abend, kurz vor der Hauptversammlung der Versammlung der Regionen Europas (VRE) in Belfort, Frankreich, bekannt gegeben wurden. Die Organisation ist das größte Netzwerk, der Regionen in Europa.

 

Die fortlaufende und umfangreiche Umfrage deckt 66 Regionen in 24 Ländern in ganz Europa ab und repräsentiert damit einen breiten Querschnitt der territorialen Vielfalt Europas.

 

„Die ersten Ergebnisse der Umfrage beweisen, was wir bei der VRE schon seit vielen Jahren sagen”, sagte VRE-Präsidentin Michèle Sabban Gestern Abend. „Wenn Regionen die richtigen Kompetenzen und finanziellen Mittel erhalten, können sie Verantwortung bei der Bewältigung der größten Herausforderungen Europas übernehmen. Wenn es darum geht, lokale Energieinfrastruktur vorteilhaft zu nutzen, maßgeschneiderte Lösungen für den Energiebedarf zu finden und die Umwelt zu berücksichtigen, gibt es keine bessere Leitphilosophie als global zu denken und lokal zu handeln. Darauf basiert das Prinzip der Subsidiarität, und so sollte auch die europäische Energiepolitik funktionieren.”

 

Die VRE-Umfrage unter den Regionen zeigt, dass 91% Energie als eine der wichtigsten Prioritäten der nächsten 15 Jahre sehen, dass 75% bereits über eine Energiestrategie verfügen, und dass diese Strategien im Allgemeinen einen spezifischen Plan für die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen enthalten. Regionen in Frankreich und Ungarn wiesen jedoch darauf hin, dass die Nutzung von erneuerbaren Energien durch einen Mangel an entsprechenden Kompetenzen behindert wird. Diese Sorge ist ein häufig wiederkehrendes Thema in den Umfrageergebnissen: Die Regionen müssen gestärkt statt behindert werden, um die Energieherausforderungen Europas effektiv zu bewältigen.

 

Diese Notwendigkeit wird am besten durch die verschiedenartigen und innovativen Herangehensweisen der Regionen bei der Nutzung lokaler Energiepotenziale veranschaulicht: Regionen, die mit den entsprechenden Kompetenzen und Finanzmitteln ausgestattet sind, sind auch in der Lage lokale Potenziale in ihren Gebieten zu erschließen. Die Umfrage zeigt zum Beispiel die regionale Verwendung von Feststoffabfall in Brüssel (B) und Gelderland (NL), Wellen auf den Azoren (P), Schnee in Vasternorrland (S), Stroh in Bornholm (DK), „Schwarzlauge” (aus Papierzellstoff) in Mittelfinnland (FIN), Solarenergie in den österreichischen und südeuropäischen Regionen, sowie Energie auf Holzbasis in Ticino (CH) und den Balkanregionen.

 

Mehrere Regionen produzieren Energie aus erneuerbaren Energiequellen auf einem höheren Niveau als dem Ziel der EU von 20%, und einige Regionen sind durch Erneuerbare vollständig unabhängig geworden, was ihren Stromverbrauch angeht. So werden zum Beispiel in den Regionen Maramures (RO), Norrbotten (S), Oppland (N) und Trento (I) zwischen 88% und 100% des Stroms mit Wasserkraft erzeugt.

 

„Initiativen bezüglich erneuerbarer Energiequellen sind nur mit der Unterstützung der Politik und, sehr häufig, finanziellen Anreizen durch Entscheidungsträger auf nationaler und europäischer Ebene möglich”, betonte Frau Sabban. „Die EU könnte zum Beispiel viel mehr tun, um den Einsatz von erneuerbaren Energien auf Holzbasis zu fördern. Viele unserer Regionen verfügen über große Waldflächen, aber nur 3% der gesamten Energieerzeugung der EU geschieht auf Holzbasis. Insbesondere weniger entwickelte Regionen benötigen finanzielle Anreize, um solche Potenziale zu nutzen.” 

 

In der Tat legen die Antworten auf die VRE-Umfrage nahe, dass mangelnde ein Mangel an Sichtbarkeit der finanziellen Instrumente der EU die regionale Energiepolitik und die regionalen Energiepotenziale behindert. Während 24% der Befragten inzwischen an den Programmen zur europäischen territorialen Zusammenarbeit teilnehmen, die vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert werden, nutzen nur sehr wenige die Kredite der Europäischen Investitionsbank oder die Fördermöglichkeiten der EU für Bildungs- und Jugendprogramme im Bereich Erneuerbare Energien. Dies unterstreicht die wachsende Notwendigkeit, die EU-Antragsverfahren zu vereinfachen; eine Angelegenheit, in der sich die VRE stark engagiert. 

 

Was den intelligenten Einsatz von Energie angeht, zeigt die Umfrage, dass 40% der Regionen bereits Technologien für intelligente Stromnetze verwenden. Obwohl diese Zahl ermutigend ist, zeigt sie jedoch auch, dass weitere finanzielle Anreize erforderlich sind, um die Regionen dabei zu unterstützen, ihre Energieeffizienz im Rahmen der 20/20/20-Ziele der EU zu steigern. 

 

Frau Sabban, die bei der Pressekonferenz in Paris, kurz vor der Hauptversammlung der VRE, der letzten großen Veranstaltung vor dem Kopenhagen-Gipfel, spricht, fügte hinzu: „98% der befragten Regionen glauben, die sie bei der Bekämpfung des Klimawandels eine positive Rolle spielen können. Aber die nationalen Regierungen und die EU müssen den Regionen Hilfsmittel zur Verfügung stellen, damit sie an diesem Kampf teilnehmen können.”

 

Die Versammlung der Regionen Europas (VRE) ist das größte unabhängige Netzwerk der Regionen in ganz Europa. Mit mehr als 270 Regionen aus 33 Ländern und 16 interregionalen Organisationen, ist sie die politische Stimme ihrer Mitglieder und ein Forum für interregionale Kooperation.

VRE Kontakte: 
Richard Medic, Pressesprecher / Direktor der Presse- und Kommunikationsabteilung, r.medic@aer.eu - Tel (mob) +33 678 695 235
Francine Huhardeaux, Referent für Presse und Kommunikation, f.huhardeaux@aer.eu - Tel./ Fax :  +33 3 88 22 74 49

 

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