AER's Regional Reporters 
2009 
Michèle Sabban: an ambitious plan in favour of mobility and youth employment, regions are mobilising 
, 05 Mai 2009

Eine Debatte zwischen Regionen und MdEPs ist schon “lange fällig gewesen”

VRE veranstaltete eine Podiumsdiskussion zwischen Abgeordneten des europäischen Parlaments und europäischen Regionalpolitikern


Straßburg (F), 5. Mai 2009

Die europäischen Fraktionen des europäischen Parlamentes mussten sich gestern abend einem “Kreuzverhör“, veranstaltet von der Versammlung der Regionen Europas (VRE), Europas größtem interregionalen Netzwerk, unterziehen.  

Die Podiumsdiskussion, welche durch Lisbeth Kirk, Redakteurin beim europäischen online Nachrichtenmagazin ‘EU Observer‘, moderiert wurde, brachte regionale Politiker und Studenten zusammen um führende Abgeordnete der europäischen Fraktionen wie Gisela Kallenbach (DIE GRÜNEN/EFA, DE),  Jan Olbrycht (EVP-ED, PL), Hannes Swoboda (SPE, AT) und  Graham Watson (ALDE, UK) zum Thema Europa und Regionen zu hinterfragen.

VRE-Vizepräsident und Vorsitzender im Regionalrat von Devon County (UK), Brian Greenslade, sagte: Diese Initiative ist schon längst überfällig gewesen  - sie hat gezeigt, dass europäische und regionale Politiker viel gemeinsam haben,  hauptsächlich nämlich die Einsicht, dass Europa die Regionen genauso braucht, wie die Regionen Europa brauchen.   

Die Kohäsionspolitik betreffend meinte Jan Olbrycht: Wichtig ist, dass man Regionen als Partner auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet, …. [aber] wenn wir mehr für die Regionen erreichen wollen, dürfen wir uns nicht nur auf die Kohäsionspolitik konzentrieren, sondern müssen auch andere bevorstehende Herausforderungen, wie z.Bsp. Klimawandel und Entvölkerung, mit in Betracht ziehen.

Bezogen auf den Vertrag von Lissabon, sagte Jan Olbrycht: Sicher ist, dass die EU sich einer großen Gefahr aussetzt, nämlich der Gefahr einer internen Aufspaltung in einen stärkeren und einen schwächeren Teil der EU.

Ebenfalls bezogen auf den Lissabon Vertrag meinte Gisela Kallenbach: Es wird eine Katastrophe sein, wenn der Vertrag von Lissabon nicht ratifiziert wird. Denn, der Vertrag ist nicht nur wichtig für die 27 Mitgliedsstaaten der EU, sondern auch für die Integration anderer Staaten, wie zum Beispiel der Staaten im ehemaligen Jugoslawien. Außerdem ist die Referenz auf das Subsidiaritätsprinzip im Vertrag besonders wichtig  für Städte und Regionen.  

Auch zum Vertrag von Lissabon sagte Graham Watson: Lissabon bringt nicht all zu viel Neues für die Regionen, aber Etwas. Vor dem Jahr 2000 gab es große Bemühungen um ein regionales Europa. Aber die Mitgliedsstaaten bekamen Angst und stellten sich gegen dieses Vorhaben. Der neue Vertrag von Lissabon ebnet nun den Weg für Regionen um wieder einen Schritt weiter zu gehen.

Gefragt nach dem Thema Jugend, meinte Gisela Kallenbach: Die jungen Leute von heute wissen bereits, dass Europa Ihnen viele Vorteile bringt. Allerdings investiert die EU viel in die Strukturfonds, aber zu wenig in sogenannte “weiche Politik” wie Bildung und Ausbildung.  

In Bezug auf Jugend meinte weiterhin Roy Perry, VRE Mitglied und Politiker im Regionalrat von Hampshire county (UK): Europe muss bestimmte Ergebnisse vorweisen können. Es kann junge Leute nur dann für sich gewinnen, wenn man ihnen zeigen kann, dass ein Nachkriegseuropa wichtig ist für ihren Allttag, als Beispiel dafür wäre  der Klimawandel zu nennen.

Zum Thema Wirtschaft erklärte Hannes Swoboda, dass „die Regionen von ihren nationalen Regierungen sowie von der EU ausreichend unterstützt werden müssen. Sie brauchen gute Anreize für neue Projekte um ihre Wirtschaft umzustrukturieren, so dass neue Arbeitsplätze und eine „grüne“ Wirtschaft entstehen können.  

Eine vollständige Zusammenfassung sowie Photos (auf Anfrage mit hoher Auflösung) dieser Debatte finden Sie unter:
http://www.aer.eu/events/standing-committee-on-institutional-affairs/2009/regions-cross-examine-europe.html


Die Versammlung der Regionen Europas (VRE) ist das grösste unabhängige Netzwerk der Regionen in ganz Europa. Mit mehr als 270 Regionen aus 33 Ländern und 16 interregionalen Organisationen, ist sie die politische Stimme ihrer Mitglieder und ein Forum für interregionale Kooperation.
    
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