Istanbul, 25. März 2010
Die Türkei bereitet den Weg für Existenzgründerinnen und Unternehmerinnen. Die heutige Konferenz der Versammlung der Regionen Europas (VRE) hatte zum Ziel, regionale Politiker und Beamte bei ihren Strategien zur Förderung von Unternehmerinnen zu unterstützen. Dabei wurden relevante wissenschaftliche Studien sowie Beispiele selbständiger Frauen vorgestellt. Die wesentliche Zielsetzung der Konferenz bestand darin, ein besseres Verständnis in Bezug auf Frauen und Unternehmertum zu vermitteln und darüber zu diskutieren, wie regionale Akteure Frauen ermutigen und unterstützen können, ihr eigenes Unternehmen zu gründen.
“Um mehr Frauen dazu zu bewegen, sich selbständig zu machen und sie dabei zu unterstützen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen, müssen wir uns ihre Situation bewusst machen und verstehen was sie für eine Einstellung bezüglich Unternehmensgründungen haben. Es ist nicht nur eine Frage der Chancengleichheit, sondern auch äußerst wichtig für den Wohlstand in unserer Region”, sagt Håkan Sandgren, Präsident der VRE Kommission für Wirtschaft und Regionalentwicklung und Ratsmitglied von Jönköping (S).
Die Konferenz befasste sich mit Ungleichheiten, mit denen Frauen bei der Gründung ihres eigenen Unternehmens konfrontiert werden. Eurostat zufolge waren im Jahre 2005 lediglich 8,6% der erwerbstätigen Frauen selbstständig, das macht nicht einmal die Hälfte des Anteils der selbstständigen Männer aus. Gründe dafür sind der geringe Zugang zu Krediten und Märkten und der Mangel an Netzwerken, die bei der Unternehmensentwicklung helfen. Außerdem bestehen nach wie vor traditionell verankerte Einstellungen bezüglich der Geschlechterrolle.
Es liegt ganz im sozialen und wirtschaftlichen Interesse der Regionen, das Potential erwerbstätiger Frauen zu nutzen, insbesondere indem Unternehmerinnen unterstützt werden und die Geschlechterlücke auf dem Arbeitsmarkt geschlossen wird. “In erster Linie müssen wir intensiv daran arbeiten, unsere Mentalität zu ändern und Politiken einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben umzusetzen. Zudem müssen in den Regionen konkrete Maßnahmen eingeleitet werden. Die Regionen können beispielsweise spezielle Trainingsprogramme anbieten, in denen Frauen unterstützt werden ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Des Weiteren können Anlaufstellen eingerichtet werden, um sie über rechtliche und finanzielle Aspekte zu informieren oder sie dabei zu unterstützen ihr eigenes Unternehmen zu gründen, bzw. auszubauen. Es ist sehr wichtig, Hindernisse, die Unternehmerinnen im Weg stehen, zu beseitigen, und ihnen Ansprechpartner bezüglich unternehmensbezogener Fragen zu bieten”, sagte Monica Carlsson, Präsidentin des Ständigen Ausschusses für Chancengleichheit der VRE und Ratsmitglied von Norrbotten (S).
Die Konferenz ist erst der Anfang der VRE Aktivitäten bezüglich Frauen und Unternehmertum. Die VRE Mitgliedsregionen werden fortfahren ihre Erfahrungen auszutauschen und in konkreten Projekten umzusetzen. “Es ist sehr wichtig für unsere Region, ein Vorreiter bezüglich Frauen und Unternehmertum zu sein. Deswegen werden wir auch die VRE Trainingsakademie am 3. und 4. Juni dieses Jahres in Istanbul ausrichten. Dabei werden Experten aus unterschiedlichen europäischen Regionen Regionalpolitiker dabei zu unterstützen ihre eigenen Programme zu entwickeln”, erklärt Orhan Albayrak, Vize-Präsident der Regionalversammlung der Provinz Istanbul.
Die Versammlung der Regionen Europas (VRE) ist das grösste unabhängige Netzwerk der Regionen in ganz Europa. Mit mehr als 270 Regionen aus 33 Ländern und 16 interregionalen Organisationen, ist sie die politische Stimme ihrer Mitglieder und ein Forum für interregionale Kooperation.
VRE Kontakte:
Presse: Francine Huhardeaux, Referentin für Presse und Kommunikation, f.huhardeaux@aer.eu - Tel: +33 3 88 22 74 49
Kommission ‘Wirtschaft and Regionale Entwicklung‘: Christina Diegelmann, Senior Policy Coordinator, c.diegelmann@aer.eu - Tel: +33 3 88 22 74 38
Standing Committee on Equal Opportunities: Stéphane Cools, Attaché, chargé de Mission Relations Internationales (Wallonie), Policy Advisor, s.cools(at)aer.eu - Tel. +32 2 421 85 12