Brüssel (B), 30.Juni 2011
Die Arbeitsgruppe ‚Energie und Klimawandel’ der Versammlung der Regionen Europas (VRE) traf sich heute um die Chancen ‚sauberer Autos’, sowie die Herausforderungen, die mit dieser neuen Technologie verbunden sind, zu diskutieren. Die Teilnehmer hatten dabei die Möglichkeit, Elektroautos des Herstellers BMW zu testen.
Saubere Autos für ein grünes Europa
Um der Erderwärmung und der Erschöpfung der Ölressourcen die Stirn bieten zu können, ist die Einführung alternativer, sauberer Transportmittel eine Notwendigkeit. Die Europäische Union ist sich des Potentials von Elektroautos hinsichtlicher grüner Technologien und Energieeinsparung bewusst und hat dazu zwei Strategien entwickelt: die erste « Transport 2050 » strebt eine größere Unabhängigkeit der Union von Ölimporten an und will gleichzeitig den Ausstoß von Kohlenstoff um 60% verringern und kraftstoffbetriebene Autos bis 2050 aus den Städten verbannen. Die zweite Strategie für saubere und energiesparende Fahrzeuge sieht die Einführung von Maßnahmen vor, die die Verbreitung von Elektroautos fördern, etwa durch einheitliche Batteriestandards und die Installation öffentlich zugänglicher Aufladestationen.
Große Vorteile, aber noch zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen
Trotz vieler Vorteile bleibt die Einführung der, für die Benutzung solcher Fahrzeuge benötigten Infrastruktur, in einigen Regionen sehr komplex: so der Fall in Norrbotten (S). „In Schweden scheint die Sonne nicht so häufig und unser Land hat eine Fläche von 400.000 km2. Da ist es schwierig, ein Fahrzeug, das alle 200 km aufgeladen muss zu benutzen und gleichzeitig auch noch Energie aus erneuerbaren Quellen zu nutzen.“ sagte Kenneth BACKGÅRD, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Energie und Klimawandel“ der VRE und Mitglied des Regionalrats von Norrbotten. „Die jetzige Fahrzeugflotte durch saubere Fahrzeuge zu ersetzen wird den Stromverbrauch in Europa um 15% erhöhen. Dieser Strom muss aus grünen Quellen kommen“ folgerte er.
Die Region Wallonien (B) hingegen stellte ein anderes grundsätzliches Problem fest und weißt auf die Rolle des Staates hin, Bürger und Unternehmen dazu zu motivieren Elektroautos zu benutzen. Die Region will jedoch verschiedene Konzepte verfolgen: steuerliche oder wirtschaftliche Anreize für Unternehmen und Einzelpersonen, Investitionen in die Forschung zu Lithiumbatterien (welche sehr umweltschädlich sind), und in eine intelligente Infrastruktur sowie Aufladestationen und Werbung für Fahrgemeinschaften in Stadtzentren.
Die Situation in Baden-Württemberg ist besonders hervorzuheben, da ein Viertel der Arbeitsplätze im Land von der Automobilindustrie abhängen. „Es ist unerlässlich, die Einführung von Elektrofahrzeugen zu unterstützen, um unsere Spitzenstellung auf dem Weltmarkt zu behaupten. Mit der „e-mobil BW", gründete das Land eine spezialisierte Agentur, die alle relevanten Akteure aus Industrie, Forschung und Bildung zusammenbringt und dabei ein besonderes Augenmerk auf kleine und mittlere Zulieferbetriebe hat.", erklärte Franz LOOGEN, der Geschäftführer der e-mobil BW GmbH
„Das Elektroauto wurde in Europa geboren und ist bereit, alle künftigen Herausforderungen anzunehmen. Wir haben in den letzen 2½ Jahren mit dem MiniE viel über die Wünsche und Erwartungen unserer Kunden im Bereich der Elektromobilität gelernt.“, hob Andreas SAUER, von BMW hervor. „Es gilt jetzt die richtigen Lehren zu ziehen und die Umsetzungsprojekte zügig marktfähig zu machen." schloss er.
Die Versammlung der Regionen Europas (VRE – www.aer.eu) ist das größte unabhängige Netzwerk der Regionen in ganz Europa. Mit 270 Regionen aus 34 Ländern und 16 interregionalen Organisationen, ist sie die politische Stimme ihrer Mitglieder und ein Forum für interregionale Kooperation.
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