Presse2011Krise als Chance? Die Regionen bejahen unter der Voraussetzung, die gegenseitige Abhängigkeit zu meistern
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Pressemitteilung, 25 November 2011

Krise als Chance? Die Regionen bejahen unter der Voraussetzung, die gegenseitige Abhängigkeit zu meistern

Ponta Delgada, Açores (P), 25. November 2011

Europa und die Regionen können weder die Zeit zurückdrehen, noch die weltweiten Entwicklungen aufhalten. Aber sie können sich der Globalisierung stellen, indem sie ihre Vorteile nutzen und die Folgen ausgleichen, und sowohl wirtschaftliche als auch soziale Ziele verfolgen. Dies ist die Schlussfolgerung der Debatte „Mit den Regionen die Globalisierung meistern“, die anlässlich der Hauptversammlung der Versammlung der Regionen Europas (VRE) stattgefunden hat. Die Teilnehmer hoben die Notwendigkeit hervor, Strategien für integratives Wachstum und soziale und kulturelle Innovation zu erarbeiten, um neue Politiken, Praktiken und Dienstleistungen zu entwickeln, die geeignet sind, diese Herausforderungen zu bewältigen und dem Druck der Globalisierung Stand zu halten. Eine gelungene wirtschaftliche Entwicklung muss unbedingt auf eine starke Sozialpolitik aufbauen.

In Bezug auf wirtschaftliches Wachstum unterstützen die Regionen verstärkt die kleinen und mittleren Unternehmen beim Aufbau ihrer internationalen Strategien. Ihre Kontakte zu Netzwerken von Akteuren ermöglichen es ihnen einerseits, Unternehmen dabei zu helfen, sich international aufzustellen und für ausländische Märkte zu öffnen sowie sie in ihrer Entwicklung zu begleiten, und andererseits Investitionen und entsprechend ausgebildete Fachkräfte für ihre Region zu gewinnen.

Hinsichtlich der sozialen Innovation hängt eine gelungene regionale Entwicklung auch von der Fähigkeit ab, die soziale Kohäsion zu gewährleisten und Möglichkeiten für alle Bürger zu schaffen, in Bezug auf Zugang zu Bildung, Umsetzung ihrer unternehmerischen Ideen und Nutzung der Möglichkeiten der Globalisierung. Die Förderung der sozialen Innovation, der kulturellen Vielfalt und der sozialen Kohäsion sind der Schlüssel für globale Wettbewerbsfähigkeit.

Im Verlauf der Diskussionen haben die Teilnehmer immer wieder die Bedeutung der regionalen Eigenheiten betont, die von ihnen als ein starker Faktor für die Attraktivität einer Region angesehen werden. Um ihren Platz in der globalisierten Welt einzunehmen, müssen die Regionen sich durch das Ausspielen ihrer Trümpfe abheben. Die regionale Identität drückt sich auch in dem Vertrauen und in der Mitwirkung aller Beteiligten bei der Entwicklung einer gemeinsamen strategischen Vision aus.

„Zusammenhalten! Lautet das Motto der Regionen als Antwort auf die Krise. Indem wir uns einander annähern, unsere Integration vertiefen, unsere Lösungen, die wir für gemeinsame Probleme erarbeitet haben, miteinander teilen, schaffen wir durch eine verstärkte Zusammenarbeit ein Gleichgewicht im Wettbewerb unter unseren Gebieten und tragen so zu einem Ausweg aus der Krise bei. Die Krise hat uns unsere gegenseitige Abhängigkeit deutlich vor Augen geführt und dient uns heute als Katalysator: sie fordert wahre Solidarität“, sagte Michèle SABBAN, Präsidentin der VRE.

Carlos CÉSAR, Präsident der autonomen Regierung der Azoren (P) warnte jedoch, dass „ohne eine echte Regionalpolitik auf europäischer Ebene und ohne die Aufwertung der demokratischen Errungenschaften, der regionalen Beiträge und der interregionalen Zusammenarbeit zur globalen Entwicklung, Europa seinen Zusammenhalt verlieren wird, selbst wenn ein Problem gelegentlich auf zwischenstaatlicher Ebene geregelt wird. Die gegenwärtige Krise verdeutlicht die Notwendigkeit auf allen Ebenen der europäischen Governance tätig zu werden. Anstatt „global denken und lokal handeln“ sollte unser Auftrag lauten „global denken, regional handeln, Europa nach vorne bringen“, sagte er abschließend.

Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel BARROSO, hat der VRE in einer Botschaft seine Unterstützung für ihre Arbeiten zugesagt. Er hat insbesondere die Bedeutung der regionalen Dynamik in Europa gegenüber einer einzigen und gemeinsamen Realität betont: der Interdependenz.

Die Erklärung von Ponta Delgada steht ab Montag online zur Verfügung.


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