

Am 15. Juni 1985 in Louvain-la-Neuve (Wallonie - B) bilden 47 Regionen, deren Politiker in besonderem Maße die Idee des Regionalismus verfolgten und überzeugte Europäer waren, zusammen mit 9 internationalen Organisationen, welche die Unterstützung einer größeren politischen Einheit suchten, die Versammlung der Regionen Europas. 1986 erkennt der Europarat die VRE als eine bedeutende europäische Organisation und als Vertreter der Regionen an. Im Jahre 1985 startet die VRE ihr erstes Programm Eurodyssee, zur Unterstützung und Förderung von Jugendmobilität. Der Fall der Berliner Mauer 1989 kennzeichnet die Öffnung der VRE für mittel- und osteuropäische Regionen und unterstreicht somit die Bedeutung regionaler Politik in einer modernen Demokratie mit Respekt für kulturelle Vielfalt und regionale Entwicklung in Europa.

Im Jahr 1990 veröffentlicht die VRE die Tabula Regionum Europae, die erste Karte ihrer Art, die ein Europa darstellt, das aus Regionen besteht und nicht nur aus Ländern. 1991 wird das Subsidiaritätsprinzip zur wichtigsten VRE Kampagne, um die Rolle der Regionen in allen europäischen und nationalen Entscheidungsprozessen zu stärken. Kurz darauf wird sie zum offenkundigen Erfolg, als dieses Prinzip 1992 im Vertrag von Maastricht offiziell anerkannt wird. Die Gründung des Ausschusses der Regionen (AdR) im Jahr 1992 und der Kammer der Regionen im Kongress der Gemeinden und Regionen 1994 ist ein Erfolgsbeispiel dessen, was die VRE bei ihrem Einsatz für die Regionen in Europa erreicht hat. 1994 startet die VRE CENTURIO, ein Programm, das regionale Beamte in Zentral- und Osteuropa ermutigt, Trainingskurse in westlichen Regionen zu besuchen.
Im Jahr 1995 startet die VRE eine große Kampagne, um den Regionalismus in Europa zu fördern. Ein Ergebnis ist, dass 300 VRE Mitglieder 1996 die Erklärung zum Regionalismus in Europa verabschieden, ein Referenzdokument für neue und sich entwickelnde Regionen. 1996 ist die VRE Gastgeber der ersten Sommeruniversität, die Regionalvertretern einen speziellen Rahmen bietet, um Fragen zu Themen der Regionalpolitik gemeinsam zu diskutieren. Im Jahr 2000 richtet die VRE ihre Website ein.
2002 präsentiert die VRE Valéry Giscard d’Estaing, dem Präsidenten des Europäischen Konvents, ihre Position zur „Zukunft Europas“. Die VRE hat aktiv an der Entwicklung der Europäischen Verfassung mitgewirkt und dabei ihr starkes politisches Engagement unter Beweis gestellt. Der endgültige Text berücksichtigt alle Vorschläge der VRE, vor allem die Anerkennung der Regionen als eine wichtige Regierungsebene in Europa, sowie die Ausweitung des Subsidiaritätsprinzips auf die regionale und lokale Ebene, und insbesondere die Einbeziehung regionaler Kohäsion für die Ziele der EU. Die VRE veröffentlicht außerdem die Broschüre “Die EU Verfassung: Antworten auf Ihre Fragen”, die für die Bürger Europas gestaltet wurde. 2005 wird die Verfassung abgelehnt, die VRE setzt sich jedoch weiterhin für diese Prinzipien ein und dafür, dass sie im Entwurf des Vertrags von Lissabon aufgenommen werden. Ab 2001 beschließt die VRE, die das Engagement Jugend in den Regionen vermehrt zu fördern. Um dies zu tun, ruft sie 2001 den „Preis der VRE für die Jugendfreundlichste Region Europas” ins Leben, und organisiert 2002 die erste Jugend-Sommeruniversität. Im Jahr 2003 verabschiedet die VRE ihren ersten Bericht zum Regionalismus, in dem der aktuelle Stand der Regionalisierung in Europa ausgewertet wird. Neben den institutionellen Aktionen geht die VRE nunmehr auch vermehrt auf die täglichen Bedürfnissen der Bürger ein und gewinnt so besondere öffentliche Aufmerksamkeit. Lobbyarbeit an der Seite der Regionen gegen GVO oder für die Entwicklung regionaler Flughäfen sind einige der größten Erfolge der letzten Jahre.
Die Forderungen der VRE sind nunmehr in Artikeln des Vertrags von Lissabon wieder zu finden und nach dem Ratifizierungsprozess 2007 tritt der Vertrag 2009 in Kraft. Im Jahr 2008 veröffentlicht die VRE die weltweite „Subsidiarität ist ein Wort“-Bewegung. Die Ausweitung dieses Prinzips überschreitet weltweite Grenzen und verbreitet die Idee, dass Entscheidungen so bürgernah wie möglich getroffen werden sollten. Ab 2007 startet die VRE eine Vielzahl nennenswerter Initiativen, wie beispielsweise: den VRE Kommunikationspreis, den Innovationspreis der VRE, den „Sprechen Sie Europäisch“-Wettbewerb, die VRE Peer Reviews, die VRE Trainingsakademien, das VRE Bürgerforum und die VRE Stipendien. Im Jahr 2008 richtete die VRE das Regionale Jugendnetzwerk ein, Europas erste und einzige Plattform regionaler Jugendräte, Parlamente und Organisationen. 2009 wird die Frage der Dezentralisierung und ob sie tatsächlich wirtschaftliches Wachstum fördert, umfassend debattiert. Eine Studie der VRE mit dem Titel „Durch Subsidiarität zum Erfolg: Der Einfluss von Dezentralisierung auf wirtschaftliches Wachstum“ beweist in der Tat, dass Dezentralisierung andauerndes wirtschaftliches Wachstum mit sich bringt. Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum aktualisiert die VRE ihren Regionalismusbericht und präsentiert eine Position zur „Europa 2020“-Strategie.
Danuta Hübner, Member of the EC in charge of Regional Policy, on the right, receives Michèle Sabban, Acting President of the Assembly of European Regions (AER)